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Funkmeldesystem

 Einführung

Seit Anfang der 80 Jahre wird im BOS-Funk das sogenannte Funkmeldesystem (FMS) eingesetzt. Es dient der Übermittlung von Kurzinformationen (Fahrzeugnummer, Fahrzeugstatus, Meldungen der Leitstelle) zwischen Fahrzeug und Leitstelle. Diese Übermittlungen sind insofern sinnvoll, dass sie den Funkverkehr deutlich entlasten, und so die Frequenzen von Standardmeldungen freihalten. Außerdem muß der Funkrufname nicht mehr zwingend genannt werden, da die Leitstelle auf dem FMS-Tableau das rufende Fahrzeug erkennt.

Die Informationen werden digital als FSK-Modulation auf dem Sprechfunkkanal übermittelt. Der Empfänger des Datentelegramms bestätigt die Übermittlung mit einer automatischen Quittung. Wenn die Quittung den Sender nicht erreicht, wird das Telegramm sebstständig bis zur fehlerfreien Übertragung wiederholt. Dies ist durch eine voreinstellbare Anzahl an Wiederholungen beschränkt um eine Kanalüberlastung bei Systemausfall zu verhindern.

Die Aufbereitung der Statusmeldungen erfolgt in der Regel in der Leitstelle auf einem Rechnersystem, so dass der Funker jederzeit einen Überblick über alle Fahrzeuge hat.

Normalerweise kann jedes Fahrzeug aus der BRD sein FMS-System in jedem Funkverkehrskreis nutzen. Da jedoch nicht alle Leitstellen EDV-gestütze Systeme nutzen, oder überhaupt kein FMS einsetzten, sollte in unbekannten Bereichen nach erfolglosem "Sprechwunsch" per Taste wieder zu normalem Sprechverkehr gewechselt werden. Ebenso ist die Taste "Notruf" leider nicht überall geschaltet. Normalerweise bewirkt Sie eine Tastung des Relais für 30-60 Sekunden und eine Erhöhung der Mikrofonempfindlichkeit im Sinne von Freisprechen. Der Lautsprecher wird hierbei abgelegt. So kann ohne Hand am Hörer 30-60 Sekunden zur Leitstelle gesprochen werden. Gleichzeitig wird in der Leitstelle der Notruf akustisch und mit Anzeige er Fahrzeugkennung signalisiert.

Grundsätzlich wird bei jedem Senden die Fahrzeugkennung mit übertragen, wodurch Fehler und Störungen leicht identifiziert werden können.

 

Das Übertragungsverfahren besteht aus einer FSK-Modulation (1200 Hz/1800 Hz).

Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt 1200 Bit/s, bei einer Telegrammlänge von 68 Bit, von denen 40 Bit Nutzdaten sind. Die Telegrammdauer beträgt 256 ms.

 Bit-Nr.  Inhalt  Anzahl Bits  Dauer
   (Sendervorlauf)    2000, ms
   (Telegrammvorlauf)  12  10,0 ms
   (Blocksynchronisation)  8  6,6 ms
 1  BOS-Kennung  4  3,3 ms
 5  Landeskennung  4  3,3 ms
 9  Ortskennung  8  6,6 ms
 17  Fahrzeugkennung  16  13,0 ms
 33  Status  4  3,3 ms
 37  Baustufenkennung  1  0,8 ms
 38  Richtungskennung  1  0,8 ms
 39  Taktische Kurzinformationen (TKI)  2  1,6 ms
 41  Redundanz  7  5,8 ms
 48  Schlußbit  1 0,8 ms 

Telegramminhalt: BOS-Kennung Bit 1–4

Behörde Bit 1 Bit 2 Bit 3 Bit 4 Zeichen (Hex)
Polizei (Länder) 1 0 0 0 1
Bundesgrenzschutz 0 1 0 0 2
Bundeskriminalamt 1 1 0 0 3
Katastrophenschutz 0 0 1 0 4
Zoll 1 0 1 0 5
Feuerwehr 0 1 1 0 6
Technisches Hilfswerk 1 1 1 0 7
Arbeiter-Samariter-Bund 0 0 0 1 8
Deutsches Rotes Kreuz 1 0 0 1 9
Johaniter-Unfall-Hilfe 0 1 0 1 A
Malteser-Hilfsdienst 1 1 0 1 B
DLRG 0 0 1 1 C
Rettungsdienst 1 0 1 1 D
Zivilschutz 0 1 1 1 E
Fernwirktelegramme 1 1 1 1 F

Landeskennung: Bit 5-8

Bundesland Bit 5 Bit 6 Bit 7 Bit 8 Zeichen (Hex) Ortskennung bei Landeskennungen
mit den Zeichen E
und F
Sachsen 0 0 0 0 0  
Bund 1 0 0 0 1  
Baden-Württemberg 0 1 0 0 2  
Bayern I 1 1 0 0 3  
Berlin 0 0 1 0 4  
Bremen 1 0 1 0 5  
Hamburg 0 1 1 0 6  
Hessen 1 1 1 0 7  
Niedersachsen 0 0 0 1 8  
Nordrhein-Westfalen 1 0 0 1 9  
Rheinland-Pfalz 0 1 0 1 A  
Schleswig-Holstein 1 1 0 1 B  
Saarland 0 0 1 1 C  
Bayern II 1 0 1 1 D  
Mecklenburg-Vorpommern (*) 0 1 1 1 E 00 bis 49
Sachsen-Anhalt (*) 0 1 1 1 E 50 bis 99
Brandenburg (*) 1 1 1 1 F 00 bis 49
Thüringen (*) 1 1 1 1 F 50 bis 99
(*) Bei diesen Ländern erfolgt die Unterscheidung durch die Ortskennungen 00-49 und 50-99 (siehe Tabelle!).

Ortskennung: Bit 9-16

Die Ortskennung wird mit 2 mal 4 Bit (2 Zeichen) gesendet und wird durch die einzelnen Länder festgelegt.

Fahrzeugkennung: Bit 17-32

Die Fahrzeugnummer wird 4-stellig dezimal angegeben. Sollen alle Fahrzeuge angesprochen werden (Leitstelle zum Fahrzeug), so sind die Bits 17-32 auf logisch "1" gesetzt.

Status: Bit 33-36

Wird nicht aufgeführt, da bei den jeweiligen Organisationen andere Formulierungen verwendet werden.

FMS-Baustufenkennung: Bit 37

Baustufe Bit 37
1 0
2 1

Die Baustufe kennzeichnet wer in welche Richtungen Informationen übertragen kann und in welchem Umfang.

Richtungskennung: Bit 38

Richtung Bit 38
Fahrzeug -> Leitstelle 0
Leitstelle -> Fahrzeug 1

Taktische Kurzinformationen (TKI): Bit 39-40

Bei der TKI handelt es sich um schaltbare Zusatzinformationen, die die Werte 1, 2, 3 oder 4 haben kann.

Die TKI ist nicht bundeseinheitlich festgelegt. In der Praxis hat die TKI unterschiedliche Bedeutungen, z. B. die Einsatzart, oder die Anzahl der Personen Fahrzeug.

TKI Bit 39 Bit 40
I 0 0
II 1 0
III 0 1
IV 1 1


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